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MADAME STELLT EIN KLAVIER IN DIE ALPEN

Lieder, Chansons, Songs

mit Rachel Matter und Daniel Fueter

 

Premiere 20. März 2007

Theater Kanton Zürich, Winterthur

 

Ein im Missverständnis fussender Abend mit Liedern über das, was Spass macht, über Lockenschatten und Windessausen, über Holzbeine, tanzende Sterne, Lippenbekenntnisse, Prinzen auf staubigen Pferden und Pflaumen im Herbst, über den Schwan auf dem See, Dämonen und Drachen… und immer wieder über die Liebe, die heisse, unerfüllte, ersehnte, schöne, verlorene, käufliche, enttäuschte, trickreiche, sündhafte, erträumte und rauschhafte, über die Liebe zu sich selbst und zum Hier und Jetzt.

 

Die Schauspielerin Rachel Matter gestaltet zusammen mit dem Musiker und Pianisten Daniel Fueter einen Liederabend. Vertraute Melodien und fremde Weisen: mal keck, vorlaut und rotzig, mal schüchtern und dezent; mal kleinlaut und artig, mal derb und dreist. Madame verführt und entführt uns, vom Mann am Klavier geleitet und getragen, gestützt, gefordert und provoziert. In Zwietracht und Spannung hält er dagegen, verneint, sträubt und spreizt sich, stellt in Frage und belächelt, weicht ab und verweigert, um ihr gleich wieder zu folgen, Harmonie und Intimität suchend.

 

 

Strickmuster fürs Kopfkissen

Sobald man beginnt Gespenster zu sehen

Und spärlich bekleidet spazieren zu gehen,

Von Türmen zu sinken, im Bad zu ertrinken,

Sobald man sich duzt mit Dämonen und Drachen,

Empfiehlt es sich schleunigst aufzuwachen.

Mascha Kaléko

 

 

Lieder und Texte

Missverständnis  Mani Matter/Fréderic Chopin: aus Valse und Grande valse brillante

Lied vom Kelch  Bertolt Brecht/Hanns Eisler

Sei mal verliebt / Let's Do It  Mischa Mleinek/Cole Porter

Le Toi du Moi  Carla Bruni

In dem Schatten meiner Locken  Paul Heyse/Hugo Wolf

I've Still Got My Health  Cole Porter

 

Die Kuh  Aglaja Veteranyi: Vom geträumten Meer, den gemieteten Socken und Frau Butter.

Bi so truurig  Martin Suter/Daniel Fueter

Ballade vom Förster und der Gräfin  Bertolt Brecht/Paul Dessau

Les Histoires d'A  Rita Mitsouko

Historia de un Amor  Carlos Eleta Almaran

Paroles, Paroles  Michaele/Matteo Chiosso/Gianni Ferrio

 

Ich steh im Regen  Peter Paul Althaus: In der Traumstadt, Gedichte, Karlsruhe.

Mutter Beimlein  Bertolt Brecht/Hanns Eisler

Die Rinnsteinprinzessin  Edith Jeske/Rainer Bielfeldt

Volkslied  nach Joachim Ringelnatz

Lied vom kleinen Wind  Bertolt Brecht/Hanns Eisler

Too Darn Hot  Robert Kimball/Cole Porter

She Moved Thru' The Fair  Irish Traditional

Schön gsii  Martin Suter/Thomas Rabenschlag

L-O-V-E  Milt Gabler/Bert Kaempfert

Non andare via(Ne me quitte pas)  Gino Paoli/Jacques Brel

Strickmuster fürs Kopfkissen  Mascha Kaléko/Beat Schäfer

Danny’s All-Star Joint  Rickie Lee Jones

 

Fehl am Platz  nach Thelma Carter, aus dem Amerikanischen

Das grosse Erwachen  Annett Louisan

Et puis après…  Jacques Prévert/Joseph Kosma

Stell das Lied ab  Hardy Hepp

Kleines Lied  Bertolt Brecht/Paul Dessau

Griserie – Ich bin so zu  Peter Siefert/Jacques Offenbach

Alten Resten eine Chance  Sven Regener/Element Of Crime

 

 

Zum Verlieben schön – Kleine Produktion mit grosser Wirkung

Pressespiegel zu «Madame stellt ein Klavier in die Alpen»

 

Mit Witz, Charme und Chansons über die Liebe wickelt Schauspielerin Rachel Matter ihr Publikum um den Finger. – Im schwarzen Hosenkleid bewegt sich Rachel Matter wie eine Pantherin über die Bühne und haucht Liebeserklärungen auf Französisch. Oder sie hockt sich breitbeinig hin und singt in ihrem Walliser Dialekt das freche Lied von Ruedi, Fredi und Köbi, mit denen sie schlief, «und es isch schön gsi!». Mal rührt sie bloss mit einer kitschigen, deutschen Schlagerstrophe fast zu Tränen: «Heute mach ich’s aus Spass, morgen wieder für Geld!». Sie kann aber auch swingen, als käme sie direkt vom Broadway.

Die Songs und Chansons von Brecht bis Mani Matter, Cole Porter bis Hardy Hepp sind subtil in Szene gesetzt, ein leises Feuerwerk aus Liebe, Literatur und Gefühlen. Daniel Fueter ist ein einfühlender, auch provozierender Partner am Klavier. Hingehen und sich verlieben: in die Liebe und in Rachel Matter!

Hans Uli von Erlach, Blick, 22. März 2007

 

Was ist das jetzt, Theater oder ein Liederabend? Beides, irgendwie.

Auf der spartanisch eingerichteten Bühne bleiben die Blicke unvermeidlich an Matters Lippen hängen. Meistens jedenfalls. Dazwischen setzt sich der Mann am Klavier in Szene: Daniel Fueter ist seines Zeichens Pianist und eine feste Grösse in der Zürcher Musikszene. Er geht mit viel Gespür auf seine Partnerin ein und bleibt mit seinem dezenten, aber äusserst wirkungsvollen Spiel meist im Hintergrund. Das Publikum sieht vor allem seinen Rücken. Nur ab und zu, dann aber nachhaltig und sehr überzeugend, stellt er sich als der keifende Gegenpart der singenden Madame vor. Einmal auch als Rezitator eines Textes von Peter Paul Althaus. «Ich steh im Regen».

Renato Bagattini, Zürcher Landzeitung, 22. März 2007

 

Am Anfang fragt man sich: Reicht das für einen ganzen Abend? Eine Frau, die singt, ein Mann am Klavier, beide ganz in Schwarz und das alles auf einer ziemlich leeren Bühne vor schwarzem Hintergrund. Doch keine Angst, die beiden schaffen es binnen Kürze, mit sparsamen Mitteln das Publikum in den Bann zu schlagen. Rachel Matter ist eine gute Sängerin, aber eine noch bessere Schauspielerin, und diese Kunst setzt sie perfekt an den richtigen Stellen bzw. in den richtigen Liedern ein. Dazu kommt: Sie ist eine ausserordentlich schöne Frau und trägt ein zauberhaftes Kostüm, ganz schlicht und doch ziemlich raffiniert, so dass die Augen während der ganzen Zeit etwas zu schauen haben. Daniel Fueter hält musikalische Zwiesprache mit der Sängerin und nimmt sich nicht so zurück, wie man es vielleicht sonst vom Mann am Klavier gewohnt ist.

Aussergewöhnlich wird es, wenn es um Schweizer Liedgut geht, dann besinnt sich die Oberwalliserin Rachel Matter auf ihre sprachlichen Wurzeln. Sie kaut und spuckt genüsslich jedes Wort in wohlartikuliertem Walliserdeutsch aus. Auch Aglaya Veteranyes Gedicht «Die Kuh» kommt so ziemlich verfremdet daher.

«Madame stellt ein Klavier in die Alpen» ist eine Kleinproduktion, mit der man auch in kleinen Räumen grosse Wirkung erzielen kann. Rachel Matter und Daniel Fueter brauchen dafür nur ein Klavier.

Eva Kirchheim, Der Landbote, 22. März 2007