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MADAME BOVARY

nach Gustave Flaubert

Uraufführung

Spielfassung und Regie Jordi Vilardaga

 

Emma Bovary: Mona Petri

Charles Bovary: Christof Oswald

Mutter Bovary: Rachel Matter

Homais: Antonio da Silva

Lheureuse: Rachel Matter

Léon: Bernhard Schneider

Rodolphe: Antonio da Silva

 

Am Flügel: Murat Parlak

 

Mitarbeit Spielfassung: Rachel Matter

Musik: Murat Parlak

Lichtdesign: Martin Burkhardt

Fotos: Regina Jäger

 

Team Marie-Louise Michel, Astrid Wittinghofer, Gabi Huber

 

Koproduktion mit Theater Ticino

Premiere Donnerstag, 14. September 2017, Theater Ticino Wädenswil

 

 

Der Landarzt Charles Bovary heiratet die junge Emma, die Liebe seines Lebens. Doch Emma liebt die Visionen und Rollenspiele ihrer Leidenschaft mehr als das reale Leben. Der Ehemann, die Tochter und die wechselnden Liebhaber werden zu Statisten in ihrem Theater der Sentimentalität, das ihr im bürgerlichen Alltag Abwechslung und Einfluss verspricht.

 

Emma Bovary verkörpert einerseits eine starke feministische Gestalt für ihre Zeit, mit einer fast männlichen Herrschsucht (Baudelaire) und andererseits ein vorweggenommenes Spiegelbild vom modernen Menschen, in seinem sinnlosen Konsumrausch.

 

 

Léon: Ich wäre gern eine Frau. Nicht arbeiten. Den ganzen Tag lesen, spazieren, Kunstbetrachtungen anstellen.

Emma: Entschuldigung, aber Sie wissen nicht, wie grausam es ist, auf das Leben einer Stubenfliege reduziert zu sein.

(Zitat aus dem Stück)

 

 

Als Flauberts Roman 1857 veröffentlicht wurde, feierten Künstler und Kritiker das Werk als Neuerfindung des Romans.

 

Gustave Flaubert wurde 1821 in Rouen geboren. Seinem Vater, einem Chirurgen, sah er als Kind heimlich beim Sezieren zu, als literarischer Realist machte er seine Schreibfeder zum Skalpell. Romane und Dramen schrieb er schon in der Schule, wo er vom «tiefen Abscheu vor der Menschheit» ergriffen worden war. Nach einem heftigen epileptischen Anfall brach er sein Jurastudium ab und zog sich auf den Familienbesitz in Croisset bei Rouen zurück. Er nahm sich vor, nie zu heiraten, und widmete sich fast ausschliesslich dem Schreiben. Nach einer Reise in den Orient beschloss Flaubert, Croisset nie mehr zu verlassen.

Sein Roman «Madame Bovary» löste bei seinem Erscheinen 1857 einen literarischen Skandal aus, in dessen Folge Flaubert vor Gericht erscheinen musste. Der einzige Kontakt zur Aussenwelt war ein reger Briefwechsel mit seiner Geliebten Louise Colet und zahlreichen

Schriftsteller-kollegen wie zum Beispiel Ivan Turgenev und George Sand. Flaubert starb 1880.